Predigten - FeG Steinbach

Predigten - FeG Steinbach

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00:00:00: hier ein bisschen euch was unter mir vorstellen könnt.

00:00:04: Ich bin thirty-fünf Jahre alt, bin gebürtiger Augsburger, komme also ganz aus dem Süden und habe auch noch weiter im Süden Wurzeln.

00:00:11: ich bin nämlich auch halb Grieche meine Mama ist griechen und trotz dieser Kombination Süddeutschland und Griechenland bin ich FG Kind.

00:00:19: Also meine Eltern haben sich in der FG kennengelernt das heißt ich bin komplett im FG Kontext aufgewachsen.

00:00:25: Ich glaube, ich sage jetzt nicht durch welche FEGs ich alle gegangen bin.

00:00:29: Eine oder die für mich vielleicht wichtigste Station wurde gerade schon genannt dass sich mit meiner Frau zusammen in Sießpastorin wir zusammen die FEG Aachen geleitet haben.

00:00:41: und dann bin ich an die Hochschule gegangen und bin jetzt da zuständig für ein Teil der praktischen Theologie zusammen mit dem Arn Schnepper.

00:00:49: also Wir haben das große Privileg, dass wir uns die praktische Theologie aufteilen dürfen haben nur eine Person, alle anderen Fächer.

00:00:56: Weil wir eben sagen naja das ist unser Schwerpunkt an der Hochschule und ich mache die Bereiche Seelsorge gemeine Entwicklung, gemeine Leitung und Pastoraltheologie.

00:01:07: also was heißt es eigentlich Pastor-Pastoren zu sein?

00:01:11: Und damit habe ich das jetzt auch schon so ein bisschen angeteasert.

00:01:17: Ich beschäftige mich sehr viel mit dieser Frage, die hier in einem Titel auf der Folie steht.

00:01:24: Deswegen bin ich auch da, weil ihr bei mir eine gewisse Expertise vermutet und ich hoffe dass diese Vermutung geht nicht ins Lehre.

00:01:32: Also ich forsche dazu, ich leere dazu... Ich bin nächste Woche jetzt noch mal auf einer Konferenz in der Schweiz wo wir sozusagen international nochmal versuchen so dieses Leadership and Theology also Leitung und Theologie das irgendwie zusammen zu kriegen.

00:01:48: Da ist im deutschsprachigen Kontext Insgesamt ein bisschen mau, oder vor allem in Deutschland ist es ein bisschen mau.

00:01:54: Diese Fragen werden an den Unis nicht so behandelt.

00:01:57: Mir ist das ein wichtiges Anliegen und deswegen bin ich da viel unterwegs und versuche, dass was sich da forsche dann für unsere Gemeindearbeit fruchtbar zu machen.

00:02:08: Einmal für die Studierenden aber auch darüber hinaus für Gemeinden, für Kolleginnen und Kollegen, die im Dienst sind.

00:02:19: Was ich jetzt mit euch heute vorhabe ist ein Stück weit euch als Gemeinde zu befähigen, euch einen Urteil zu bilden.

00:02:30: Das heißt ich gebe euch nicht so die eine richtige Antwort wie ihr jetzt alles genau zu verstehen habt und vor allem wie ihr es dann hier in dieser Gemeinde in Steinbach umsetzen solltet.

00:02:41: aber ich hoffe doch dass sich euch Orientierung dafür gäbe was ihr berücksichtigen und bedenken müsst Und das Ganze im freie evangelischen Kontext.

00:02:53: Mir ist auch bewusst Vorher natürlich mitbekommen, dass es hier auch irgendwie Konflikte gab um dieses Thema.

00:02:59: Das sage ich auch mal ganz offen aber Ich habe jetzt dann mich nicht irgendwie tief reingegraben.

00:03:05: also ich bin jetzt nicht hier Um irgendwas mit eurem konflikt zu managen.

00:03:10: ich bin kein Berater oder so für den gemeinen prozess Sondern ich biete euch einfach sozusagen als wissenschaftler mein fachwissens zur verfügung.

00:03:18: was aus meiner forschung im freikirchlichen und frei evangelischen kontext entstanden ist was ihr dann draus macht, naja das müsst ihr dann gemeinsam überlegen.

00:03:29: Heißt auch es kann sein dass ich mit meinem Vortrag noch nicht gar alle Fragen treffe die ihr habt.

00:03:36: falls das der Fall ist wir haben danach noch Zeit für Gespräch.

00:03:38: dann könnt ihr natürlich auch Fragen stellen die über das hinausgehen was ich euch vorstelle.

00:03:46: Ich habe euch vier Perspektiven mitgebracht die auch den Vortag heute ein bisschen gliedern was wir vorhaben Und zwar werden wir uns einmal austauschen oder werde ich euch einmal ein bisschen präsentieren, biblische Grundlagen zum Leitungsverständnis.

00:04:03: Das ist auch klar.

00:04:04: ohne die brauchen wir gar nicht erst anfangen und ihr werdet merken das gibt schon eine gewisse Grundorientierung aber lässt auch noch Spielraum.

00:04:13: Dann kommen wir nochmal ein bisschen spezieller auf den Freieffangelischen Kontext.

00:04:17: Wir gucken also mal so in unsere FHG-Geschichte.

00:04:21: Die FHGs Steinbach auch Ich sind wie sie nicht die ersten die sich jetzt Gedanken darüber machen Funktioniert Leitung eigentlich in der FHG.

00:04:26: Das haben vorher auch schon Menschen gemacht und da gucken wir mal drauf, auf welche Ideen sind die gekommen?

00:04:32: Dann gucken wir uns als drittes einmal an wie das heute in den gegenwärtig gültigen Ordnungen beschrieben wird – also in der Bundesverfassung des BFHG und auch unserer Mustergemeindeordnung.

00:04:46: Und das Letztes frage ich danach dann, wie wir auf biblischer Grundlage und mit freie Evangelischen Profil eigentlich heute Gemeinde leiden können.

00:04:55: Ich versuche dann das irgendwie alles zu bündeln und zusammenzuhalten.

00:05:00: Das ist vielleicht das Herausforderende, weil ich den Anspruch habe – und das ist typisch für die praktische Theologie – diese Dinge zusammenzubringen.

00:05:08: Aber ich würde sagen, dass bringt am Ende am meisten.

00:05:12: Also selbstverständlich!

00:05:31: Ja...

00:05:31: D.h.,

00:05:32: ich gucke lieber hier was passiert auf meinen Folien.

00:05:34: Gut, danke für den Hinweis.

00:05:37: Genau also ich hoffe mal, dass ich es in forty-fünf Minuten schaffe Diskussionen.

00:05:44: Wir starten also mal mit den biblischen Grundlagen zu Leitungen von Gemeinde, wichtig ist jetzt einfach ich bin jetzt kein Exeget, kein Bibelwissenschaftler.

00:05:55: das heißt ich werde jetzt mit euch nicht alle einzelnen Bibelstellen durchgehen weil dann kommen wir nämlich zu den praktischen Fragen am Ende auch nicht mehr und dann könnt ihr euch gerne mal den Herz Deine einladen der macht es auf jeden Fall mit euch.

00:06:06: Ich werde euch jetzt erstmal so die großen Linien des neuen Testamentes nachzeichnen Und ich lehne mich dabei vor allem an die Arbeit von Wilfried Haubeck, der da einiges dazu geschrieben hat und das schon ganz gut kompakt zusammengetragen hat.

00:06:24: Die erste Grundlage, der erste wichtige Aspekt den es dazu sehen gibt ist die Leitung als Dienst.

00:06:33: Leitung ist nicht Herrschaft sondern wird immer als Dienst verstanden.

00:06:37: Ausgangspunkt dafür ist das Vorbild Jesu Christi selbst.

00:06:40: und da rote ich jetzt doch mal ein Bibeltext raus.

00:06:43: In Markus Zehn, er fünfundvierzig oder zweinviertzig bis fünfundvierzig kennt die Stelle wahrscheinlich also... Die Jünger streiten sich so ein bisschen um die Frage Also wer kommt jetzt hier eigentlich?

00:07:00: Wer wird wo sitzen wie es die Reihenfolge?

00:07:03: Wer ist der größere?

00:07:04: Und Jesus antwortet ihn dann und sagt Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen.

00:07:40: Wer leitet soll dienen?

00:07:42: Deshalb wird im neuen Testament auch nicht zuerst von Ämtern gesprochen, wie wir das heute üblicherweise machen.

00:07:48: Sondern von Diensten.

00:07:49: also Diakonia – das ist ein griechische Wort hat eigentlich einen anderen Ton.

00:07:55: Leitungsverantwortung erhält ihre Legitimation nach dem neuen Testament nicht aus einer besonderen Stellung sondern aus der Teilhabe am Dienst.

00:08:04: Jesu Leitung besitzt daher immer einen zutiefst christologischen Charakter.

00:08:09: Sie steht unter der Herrschaft Christi, dient seinem Auftrag und orientiert sich an seinem Vorbild.

00:08:15: Leiter sind nicht Herren der Gemeinde sondern erstmal Verwalter dessen was Christus gehört.

00:08:22: Wichtig bei aller Rede vom Dienst.

00:08:25: auch wenn ich sage leitung ist Dienst geschieht leitung nie ohne Macht.

00:08:31: Das ist mir ein Anliegen, weil wir das kennt ihr aus den Nachrichten in Kirchen und Gemeinden allerlei Probleme mit Machtmissbrauch haben.

00:08:39: Und der geschieht vor allem dort wo wir so tun als wäre Leitung als Dienst nicht mehr mit Macht verbunden.

00:08:45: also wer die macht dann weg?

00:08:47: aber natürlich geschieht auch leitung im dienst jesu durch macht nämlich die macht als werkzeug etwas gutes zu bewirken.

00:08:56: dienen leiten heißt also nicht ohne macht zu leiten sondern wer dienend leitet ist sich dieser Macht zunächst einmal bewusst setzt sie Weise ein, teilt sie mit anderen es auch mal in der Lage darauf zu verzichten und verschleiert die macht auf jeden Fall nicht oder nutzt sie auch nicht zum eigenen Vorteil.

00:09:18: Und eigentlich müsste man sogar noch ein Stück weitergehen.

00:09:21: Wer am Vorbild Jesu dienent leitet muss sogar mit Ohnmacht umgehen können.

00:09:29: Jesus hat niemand gegen den eigenen Willen, irgendwie Gewalt haben zu etwas gebracht.

00:09:33: Ihr habt vielleicht die Geschichte vom reichen Jüngling im Kopf der sozusagen Jesus nachfolgen will und Jesus sagt ihm was es dazu braucht.

00:09:43: Und dann hört er jüngling sich das an und geht wieder.

00:09:47: Und Jesus hat nicht gesagt ne halt freundchen bleibt mal hier sondern hat ihn ziehen lassen.

00:09:52: Und natürlich noch deutlicher am Ende lässt er sich ans Kreuz nageln.

00:09:59: Also wer nach dem Vorbild Jesu dienen leitet, muss mit Ohnmacht umgehen können.

00:10:05: Das Spannende bin ein Papa von zwei Kindern die sind vier und fünf Und ich merke das bei mir selber und dass ist jetzt relativ typisch Dass wir als Menschen besonders in Situationen in denen wir uns ohnmächtig fühlen dazu tendieren besonders viel Macht einsetzen zu wollen.

00:10:30: also dann wenn ich mit meinem Sohnemann an meine Grenzen komme, ich an meine Grenzen und nicht mehr weiß was soll ich jetzt tun?

00:10:37: Dann fange ich an zu drohen oder irgendwelche Strafen mir auszudenken usw.

00:10:46: Und eben nicht meiner Ohnmacht irgendwie auszuhalten.

00:10:50: also wer im Sinne Jesu dienen gleitet muss mit dem Gegenteil rechnen und auch Ohnmarkt aushalten können in der Gewissheit dass der gekreuzigte genau diese Ohn macht mithaushält.

00:11:06: zweite Grundlage Leitung findet sich im neuen Testament als ein Dienst, eine Aufgabe neben anderen und zusätzlich ist diese Aufgabe eingebettet in die Leitungsverantwortung der Gemeinschaft aller Glaubenden.

00:11:23: Die Gemeinde als Leib Christi wird durch die Gaben aller Gläubigen aufgebaut.

00:11:27: Jesus' Gemeindemitglied ist nicht nur Empfänger sondern auch Vermittler der Gabenkristi.

00:11:32: Geistliche Leitung geschieht deshalb nie losgelöst von der Gemeinde sondern im Zusammenspiel der vielfältigen Charismen.

00:11:37: Könnt ihr in erster Kurin da zwölf nachlesen?

00:11:40: zum Beispiel.

00:11:42: Wilfried Haubeck nennt das so schön eine polyzentrische Gemeinde, die findet sich im neuen Testament.

00:11:51: Es gibt nicht dass ein Zentrum von dem alles ausgeht also den einen Menschen von dem Alles ausgeht sondern Das neue testamentliche gemeindemodell ist ein polyzentrisches.

00:12:02: Also gibt es immer mehrere Zentren in einer Gemeinde mehrere Gaben.

00:12:06: Menschen älteste Pastoren Diakonen da unterwegs sind und auch die Leitungsdienste, die im neuen Testament beschrieben sind.

00:12:19: Egal welche das sind stehen im Dienst der gesamten Gemeinde und ihrer Sendung.

00:12:23: Auch sie sind Ausdruck der von Gott geschenkten Gabenvielfalt.

00:12:28: Also kann man sagen leitung ist selbst eine Gnadengabe Gottes.

00:12:32: Wer leidet tut dies nicht aufgrund persönlicher Ansprüche sondern weil Gott diese Gabe schenkt.

00:12:39: Und die leitungsaufgabe dient dann wie auch die anderen Gaben dem Aufbau der Gemeinde und steht deshalb eben auch neben den anderen Charismen, ohne ihn irgendwie grundsätzlich übergeordnet zu sein.

00:12:51: Und damit gibt es so ein wichtiges Gleichgewicht.

00:12:55: Klar im neuen Testament die Gemeinde braucht Leitung aber Leitungen bleibt allen gebunden mit in die Mitverantwortung und Mitwirkung aller Glaubenden.

00:13:07: Leitung wird im neuen Testament also funktional verstanden.

00:13:10: sie orientiert sich deshalb immer An der Aufgabe von Gemeinde, die Verkündigung des Evangeliums.

00:13:17: Das ist das woran sich Leitung immer orientiert, das woraus sie ausgerichtet ist und da ist dann auch der Kontext ziemlich wichtig weil je nachdem in welcher Zeit, in welchem Ort Verkünstigung des evangelium geschieht naja sieht das unterschiedlich aus und je nach dem hat dann auch leitung unterschiedliche Aufgaben.

00:13:45: In allem ist der Prüfstein für Leitung, aber immer hilft sie eigentlich Gemeinde ihren Auftrag zu erfüllen.

00:13:56: Und die dritte Grundlage des kollegiale Verständnis der Leitungsämter im neuen Testament.

00:14:07: und da wird es jetzt schon exegetisch ein bisschen diffiziler, ein bisschen schwieriger.

00:14:13: Es gibt jetzt im neuen Testament noch keine ganz klare und durchs ganze Neu-Testament durchgehaltene Begrifflichkeit für unterschiedliche Leitungsämter.

00:14:23: Sondern es tauchen unterschiedliche Begriffe auf, die aus unterschiedlichen Traditionen kommen.

00:14:29: Ja findet man zum Beispiel die Rede von den Ältesten also dem Presbytheroi und den Vorstehern, den Aufsehern, also den Episkopei.

00:14:41: Es gibt Texte da taucht nur das eine oder nur das andere auf.

00:14:44: dann gibt's aber auch die Apostelgeschichte.

00:14:45: zwanzig oder Titus eins da tauchten plötzlich beides nacheinander auf.

00:14:49: Also da gibt es noch eine gewisse Unschärfe und Wilfried Haubeck sagt das so schön, ein kleines Zitat von ihm.

00:14:57: Das zeigt dass in den jungen Gemeinden des neuen Testamentes die Strukturen und das Leitungsamt noch im Werden begriffen sind und noch nicht so klar definiert sind.

00:15:07: heißt auch Es lässt sich so keine ganz eindeutige Ableitung von Leitungstrukturen aus dem Neuentestament vornehmen weil die da selbst noch im werden waren.

00:15:18: Aber deutlich wird doch mit Wilfried Haubeck, dass die neue testamentliche Gemeinleitung grundsätzlich kollegial organisiert ist.

00:15:27: So schreibt er das Leitung wird also nicht von einer Einzelperson wahrgenommen sondern durch einen Kreis von Ältesten wie auch immer man sie dann genau nennen will.

00:15:37: ein einzelnes Bischofsamt Das macht Wilfred Haubek sehr klar lässt sich aus dem neuen Testament nicht ableiten.

00:15:47: Das heißt, am Ende haben wir jetzt sozusagen eine mehrfache Einbindung von Leitungen.

00:15:53: Also neben der Verankerung von Leitung in der Gemeinschaft der Gemeinde und im Zusammenspiel mit den anderen Diensten und Charismen ist Leitung auch noch in einer Art Leitungsgemeinschaft eingebunden.

00:16:08: Soweit mal drei Grundlagen aus dem neuen Testament zum Leitungverständnis.

00:16:14: Jetzt finden sich im neuen Testament auch noch so was wie Voraussetzungen für Leitingsämter in Gemeinde.

00:16:21: Das meiste habt ihr wahrscheinlich schon gehört, ich mache das etwas kürzer.

00:16:28: Da ist erstmal so was wie eine geistliche Begabung also die Gabe der Leitung.

00:16:32: Gott befähigt Menschen durch seinen Geist zur Verantwortung in der Gemeinde.

00:16:37: Diese Begabe zeigt sich häufig bereits vor der offiziellen Beauftragungen.

00:16:42: Also sowas...durch sowas wie verantwortliches Handeln Geistliche Reife Die Fähigkeit Menschen zu fördern.

00:16:49: Diese Begabung zeigt sich aber auch in ganz konkreten Kompetenzen, die für gute Leitung im Gemeinde wichtig ist.

00:16:55: Also klare Kommunikation, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit, Empathie, Kreativität, Organisationsbegabungen – wir können noch ein bisschen weitermachen!

00:17:03: In all diesen Dingen zeigt sich diese geistliche Begabe.

00:17:08: Neben der Begaby durch den Geist gehört zur Voraussetzung von Leitungsämtern in Gemeinde eine ordentliche Berufung, die diese Begabel bestätigt Vertrauen bildet und auch sowas wie Transparenz schafft.

00:17:21: Also, auch im neuen Testament finden wir Wahlvorgänge Wir finden Gebet für die Amtsträger Und eine Handaupflegung also so einer Art Amtseinführungen.

00:17:31: Berufung meint also insgesamt Die Berufung zum Dienst durch Gott Die Begabung durch den Geist mit entsprechenden Charismen und dann auch die Wahl sowie die Beauftragung und Einsetzung durch Gemeinde So dass ein Gesamtpaket und Dann ist natürlich noch euch sicher auch bekannt der vorbildliche Lebenswandel.

00:17:54: Also die Tugendkataloge, die wir zum Beispiel im ersten Timotheus-Brief oder im Titusbrief finden, die betonen den Charakter des Leiters.

00:18:02: Auffällig ist hier das da dann weniger konkrete Kompetenzen als vielmehr sowas wie persönliche Integrität und das Familienleben, die Glaubwürdigkeit hervorgehoben werden.

00:18:12: also wer leitet soll ein Vorbild für die Gemeinde sein.

00:18:14: Auch das finden wir im neuen Testament.

00:18:18: Und jetzt kann man sagen, das sind so Komponenten die man auf Grundlage des neuen Testamentes aufführen kann.

00:18:25: Nichtsdestotrotz ist es mir wichtig an der Stelle nochmal zu betonen Ich weiß nicht ob sich jemand hier schon mal persönlich mit der Frage auseinandergesetzt hat trifft das eigentlich auf mich zu?

00:18:36: Bin ich irgendwie für Leitung begabt oder nicht?

00:18:38: Das kann jetzt erstmal viel Druck auslösen und man kann jetzt so den Eindruck bekommen Hier wird der perfekte Leiter, die perfekste Leiterin gesucht Aber das ist natürlich genau nicht der Fall, sondern Leiten lernen heißt oft auch Lernen was ich nicht kann und wo ich Ergänzungen brauche.

00:18:53: Und da gibt es sozusagen so ein gewisses Gegengewicht nämlich einmal was sich schon gesagt habe die einzelne Person ist nicht alles.

00:18:58: leitung passiert immer in Ergärmung durch andere Personen und ihre Gaben.

00:19:03: und zum zweiten selbst mit meinen Grenzen bin ich geborgen in Gottes Hand denn Es ist seine Gemeinde erst der Bau her und kein menschlicher Leiter oder keine menschliche Leiterin hat am Ende den Hut auf.

00:19:16: Auch das wird im neuen Testament immer wieder deutlich, wenn etwa Paulus selbst von seinen Grenzen spricht und das sehr eindrücklich macht.

00:19:23: Das ist eine Sache die mir auch persönlich in meiner Leitungstätigkeit sehr wichtig geworden ist.

00:19:31: Gehen wir einen Schritt weiter zu den konkreten Aufgaben von Leitungen nach dem neuen Testament?

00:19:41: Und mit Wilfried Haubeck muss man jetzt sagen dass als erstes mal das Hirtenbild im Zentrum neutestamentlicher Leitung steht.

00:19:50: Also die Gemeinde wird als Herr der Gottesverstanden, die den Leitern anvertraut ist.

00:19:54: Daraus ergeben sich mehrere Aufgaben so was wie Verlorne suchen und das Evangelium weiter geben, die gemeine geistlich näheren, ranke begleiten und heilen Menschen fördern und selbst zum Dienst befähigen.

00:20:06: Man kann sagen leitung hat daher wesentlich seelsorgerlichen Charakter.

00:20:11: Sie dient dem Geistlichen Wachstum der Einzelnen und der Gemeinde insgesamt.

00:20:17: Leitung bedeutet als zweites aber auch, der Gemeinde Richtung zu geben.

00:20:24: Wie Fried Haubeck verwendet da das Bild des Steuermanns?

00:20:27: Von dem griechischen Begriff bekommt mein Fach seinen Namen die Kybernetik.

00:20:33: Das ist der Fachbegriff für die Leitungswissenschaft.

00:20:37: Leiter helfen der Gemeind ihren Auftrag zu erkennen, Ziele zu formulieren und gemeinsam umzusetzen.

00:20:43: Klar ist damit sollen sie nicht Eigeninteressen vertreten sondern dass sowohl der gesamte Gemeinde im Blick behalten Und Leitung verbindet dabei, und dazu kommen wir dann später noch konkret, theologische Orientierung und organisatorische Verantwortung.

00:20:57: Theologische Orientierung und Organisatorische Verantwortung.

00:21:03: Das Dritte, ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bewahrung und Vermittlung der apostolischen Lehre.

00:21:10: Gemeindeleitung trägt Verantwortung dafür das Evangelium verständlich weiterzugeben, Mitarbeiter zu Schulen die Gemeinde theologisch zuzurüsten und falschen Lernen entgegenzutreten.

00:21:22: Und Markus Iff, mein Kollege aus der Systematik, der unterstreicht diesen Gedanke nochmal indem er in ganz vielen Stellen davon spricht dass der Dienst der Gemeindelleitung eigentlich grundlegend als Dienst am Worte Gottes verstanden werden kann.

00:21:43: Und zuletzt noch einmal die Art und Weise der Leitungen Überschneidet sich jetzt teilweise einmal.

00:21:51: Leitung als Vorbild.

00:21:53: Nach erster Petrus V sollen Leiter nicht herrschen, sondern Vorbilder sein.

00:21:57: Leitungsverantwortung wird nicht durch Machtdruck oder Dominanz wahrgenommen, sondern durch glaubwürdiges Leben und dientende Haltung.

00:22:03: Dann Leitung aus Kooperationen.

00:22:06: Es gibt besonders eben diese kooperative und participative Dimension von Leitungen.

00:22:12: Leitung geschieht nie gegen die Gemeinde, sondern mit ihr.

00:22:15: braucht die Beteiligung der Glaubenden und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gaben- und Dienste.

00:22:21: Und noch die Idee von Leitung als Zeugendienst, das ist sozusagen so eine Anlehnung ein bisschen an Karl Barth.

00:22:29: Pastoren, Leiter sind Zeugen!

00:22:32: Was macht da ein Zeuge aus?

00:22:33: Der spricht nicht in erster Linie von sich selbst sondern über jemand anderen – in dem Fall Jesus Christus.

00:22:40: Das heißt, die Aufgabe von Leitern als Zeugen besteht darin Menschen zu Christus hinzuführen und nicht an die eigene Person zu binden.

00:22:53: Ein kleines Fazit – Leitung ist eine von Gott geschenkte Aufgabe oder eine vom Geist gewirkte Begabung innerhalb der Gemeinde Jesu Christi.

00:23:04: Sie gründet im Evangelium, orientiert sich am Vorbild Jesu und dient dem Aufbau der Gemeinte.

00:23:11: Leiter sind weder Herrschau noch bloße Manager sondern hirten Lehrerzeugen und Diener.

00:23:17: Ihre Autorität wächst aus Berufung, Charakter, Kompetenz und vor allem aus der Bindung an Jesus Christus.

00:23:25: Leitung geschieht kollegial, participativ und im Dienst am Priestatum aller Gläubigen.

00:23:32: Und ziel jeder geistlichen Leitung – damit ein Stück weit auch ihr Prüfstein ist letztlich die Gemeinde in ihrer Sendung zu stärken!

00:23:41: ohne dabei irgendwas gewaltsam durchzusetzen, sondern die Gemeinde auf diesen Weg mitzunehmen und sie zu ermächtigen ihrer Sendung gerecht zu werden.

00:23:55: Soweit mal die ganz großen Linien aus dem neuen Testament.

00:24:03: Meines Erachtens musste jedes Leitungsverständnis und jedes Leitungmodell in Gemeinde an diese großen Linie messen lassen.

00:24:10: aber bei aller Orientierung, die jetzt dieser Befund erstmal bietet steckt dann natürlich noch ein nicht ganz geringer Spielraum drin.

00:24:21: Also damit sind jetzt noch nicht alle konkreten Fragen im Blick auf Gemeindestruktur und Amtsverteilung geklärt.

00:24:28: Und in diesem Spielraum lassen sich unterschiedliche Schwerpunkte setzen, um das es in der Kirchengeschichte auch passiert – da kann man nur die Freikirchengeschichte anschauen!

00:24:36: Wenn wir heute zum Beispiel mal eine für unsere Verhältnisse sehr hierarchisch- und charismatisch geführte BFP-Gemeinde mit einer sehr klassischen FEG vergleichen Sehen wir schon immer noch sehr unterschiedliche Arten von Leitung, aber beide würden sich natürlich auf diese Grundlinien des neuen Tassamentes beziehen.

00:25:00: Deshalb will ich mit euch jetzt mal einen Blick drauf werfen wie wir eigentlich zu unserer Art von Leitungen gekommen sind.

00:25:06: also welche Schwerpunkte setzen wir in diesem biblischen Korridor eigentlich im freie evangelischen Kontext und warum?

00:25:15: Und ich habe euch mal so ein richtigen FBG-Klassiker mitgebracht Die Gemeinde Jesu Christi von Konrad Bussema.

00:25:27: Wirklich erstaunlich lesenswert, dafür dass die erste Auflage von nineteenhundert und fünf ist.

00:25:34: Also das hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel Und ich sag mal der freie evangelische Pragmatismus hat es so ein bisschen an sich Dass wir jetzt erst seit sehr kurzer Zeit so gute Gedanken, die wir uns machen auch mal schriftlich festhalten.

00:25:52: Konrad Bussemer hat das zum Glück schon ziemlich früh gemacht.

00:25:55: Es ist nicht ganz leicht, über das Leitungsverständnis irgendwas Schriftliches in der Geschichte zu finden.

00:26:01: Bei ihm ist das ziemlich gut auffindbar.

00:26:04: Deswegen habe ich euch Konrad bussemer mitgebracht und er hat auch eine Verbreitung erreicht mit diesem Buch.

00:26:11: Das war super prägend und ich würde sagen darin, dass atmet sehr viel FEG-Geist sozusagen und hilft es nochmal ein bisschen zu verstehen wie wir dort hinkommen wo wir heute stehen.

00:26:22: Und wir starten mal mit einem Blick auf die Frage, was haben Ordnungen eigentlich überhaupt in Gemeine zu suchen.

00:26:29: Das Buch hat ja auch den schönen Untertitel – hier hatte ich es euch!

00:26:38: Also die Gemeinde Jesu Christi ihr Wesen ihre Grundsätze und Ordnung.

00:26:43: Es ist sehr theologisch aber natürlich schon sehr konkret.

00:26:51: Zitat Kein Leben kann auf Dauer ohne eine Form des Ausdrucks sein und bleiben.

00:26:57: Darum kommt auch die Gemeinde nicht daran vorbei, bestimmte Ordnungen sich zu schaffen in denen ihr Leben sich ausdrückt und ihre Betätigung sich kundtut.

00:27:10: Also muss man sagen erst mal Ordnung und Organisation im Gemeinde ist notwendig Auch wenn es andere Strömungen in unserer Geschichte gab er setzt das sehr klar sehr früh Darum kommen, da kommen wir nicht drum herum.

00:27:27: So wie gehen wir mit Ordnungen um?

00:27:31: Auch dazu ein längeres Zitat.

00:27:34: In der weiteren Entwicklung der Gemeinde trat dann aber eine Änderung ein.

00:27:38: Es zeigte sich das bestimmte Ordnung nötig wurden und die Gemeindezögerte nicht sie sich zu geben.

00:27:45: So lesen wir in Apostelgeschichte sechs, dass die mangelhaft durchgeführte Verteilung der Liebesgaben Missstände hervorrief, die zu Unzufriedenheit Anlass gab.

00:27:53: Um diesem Übel abzuhelfen beschloss die Gemeinde mit den Aposteln einen bis dahin unbekannten neuen Gemeindedienst einzurichten.

00:28:00: Bei weiteren Wachstum der Gemeinde konnte es nicht ausbleiben, dass sich die Dinge in dieser Richtung weiterentwickeln.

00:28:08: Also das zweite was er setzt ist zu sagen Also Ordnungen sind notwendig, aber Ordnung sind natürlich auch wandelbar und das sehen wir selbst schon in dieser kurzen Geschichte von Gemeinde im neuen Testament.

00:28:22: Und ein Stück weit kann man sogar so weit gehen und sagen also wenn Gemeinde gedeiht und vielleicht sogar wächst, kann dass auch ein richtig richtig gutes Zeichen sein, dass man an eine Ordnung einer Organisationsform nochmal dran muss.

00:28:47: Ein drittes Zitat Aus dem allen geht hervor, dass die Apostel den Gemeinden keineswegs von vornherein fertige Ordnungen vorlegten.

00:28:58: Die Ordnungen, die nötig waren, schufen sie nicht von sich aus sondern zusammen mit der Gemeinde, der diese Ordnung dienen

00:29:04: sollten.".

00:29:06: Auch hier finden wir also diese funktionale Ausrichtung, die ich gerade auf Grundlage des Enttys schon betont habe.

00:29:14: auch die ordnungen sind nie dazu da um ihrer selbst willen, dass die Gemeinde ihrer Sendung nachgehen kann.

00:29:24: Gut ist, was der Gemeinde hilft ihre Aufgabe in dieser Welt zu erfüllen.

00:29:32: und dann setzt muss man noch einen drauf das vielleicht für freifangische Ohren nicht ganz leicht zu hören ist?

00:29:44: Das Vorbild der Apostel zeigt uns zunächst deutlich, dass die gemeinte geistlich handelt wenn sie sich Ordnungen schafft oder wenn Sie sich organisiert.

00:29:57: Selbstredend sollte es in der Freiheit geistlichen Lebens geschehen, anderenfalls ist jede Organisation nur ein toter Mechanismus.

00:30:04: Organisationen kann auch nur zum Vorwand dienen um den Mangel des geistlichem Lebens zu verdecken.

00:30:09: trotzdem ist das nicht berechtigt der Gemeinde die Organisation überhaupt zu verwehren.

00:30:16: also der steile Satz Ordnung und Organisation kann sogar geistliche Qualität haben aber sie ist natürlich nie selbst zweck dass dann auch die Kritik, die immer direkt nachkommt.

00:30:30: Wir sind nicht Knechte des Buchstabens, sagt er an anderer

00:30:32: Stelle.".

00:30:35: Also damit ist erst mal klar es braucht Ordnungen.

00:30:38: Sie sind wandelbar sie haben einen Zweck nämlich das Gemeinde ihre Sendung erfüllen kann und sie haben sogar eine geistliche Qualität dort wo sie das erreichen.

00:30:48: Und dann geht Bussemann noch ein Schritt weiter und schreibt tatsächlich was zur Gemeindeversamlung nochmal ein Zitat Besprochen werden in diesen Versammlungen alle das örtliche Gemeindeleben angehenden Fragen.

00:31:08: Aufnahme neuer Mitglieder, Zuchtfälle, Raumfragen, Geldfragen Arbeitsfragen

00:31:14: usw.,

00:31:15: also Fragen die nichts mit dem Gottesdienst zu tun haben und die sich zur Besprechung vor der Öffentlichkeit nicht gut eignen.

00:31:22: Und das ist jetzt ein wichtiger Satz.

00:31:24: Auf diese Weise werden die Mitglieder zur lebendigen Teilnahme an den Gemeinfragen herangezogen und erzogen, und zugleich wird der Grundsatz vom allgemeinen Priestatum auch auf diesem wichtigen Gebiet verwirklicht.

00:31:42: Also auch dass auf dieser neutestermentlichen Linie es geht darum, Macht zu teilen, den Einsatz der unterschiedlichen Gaben zu fördern und die Mitglieder zu ermächtigen, heranzuziehen dafür dass sie für die Gemeinde im Einsatz sein können.

00:32:08: Und dann ist es jetzt sozusagen der Gipfel bei Bussema.

00:32:14: zum Leitungsverständnis das ist jetzt ein bisschen ein längeres Zitat.

00:32:18: ich habe euch schon ein paar zu gemutet Ich weiß aber das zeigt sehr deutlich in welcher Spannungen wie uns eigentlich bewegen in unserem freie evangelischen Kontext.

00:32:27: Wir haben, das wird sich auch noch zeigen kein so ganz einfaches Leitungsverständnis.

00:32:41: Hier ist kein mehr oder weniger liebevolles patriarchalisches Regiment Wie es heute manchen als ideal vorschwebt.

00:32:49: hier ist keine geistliche Monarchie Oder Disputiv von Päpsten Patriarchen Bischöfen Pastoren Prediger und auch titellosen Brüdern.

00:33:00: Aber, die andere Seite folgt auch.

00:33:02: Hier ist nicht eine Demokratie von seitens einer Versammlung oder Gemeinde, die keine Autorität anerkennen will und sich nichts sagen lässt.

00:33:10: Noch weniger sehen wir hier eine Scheindemokratie wie das Leben sie vielfach zeigt und die darin besteht dass kluge Leute es verstehen ihren Willen durchzusetzen in einer Weise... ...dass die anderen es gar nicht merken!

00:33:23: Hier ist auch nicht die Anarchie eines ungeregelten und alle Ordnung ablehenden Haufens So, das wollen wir alles Nicht sein.

00:33:34: Hier ist ein freies und doch in Ordnung verlaufendes, einen sich gegenseitig in die Hand arbeiten des.

00:33:42: Und auf gegenseitetes Vertrauen gegründetes Zusammenarbeiten aller vorhandenen Kräfte.

00:33:48: von den Aposteln und apostolischen Gemeinden soll die gläubige Gemeinde auch unserer Tage lernen weil alle Gemeinde Mitglieder Geistliche und Priester sind Weil alle das gleichen Geist es teilhaftig sind und ein jeder durch den Geist eine Gabe empfangen hat, dürfen und sollen auch alle tätigen Anteil haben am Gemeindeleben und an allen Gemeindefragen.

00:34:19: Das ist ein steiler Satz!

00:34:23: Und das ist vor allem auch ne theologische Überzeugung.

00:34:27: also mit Bussema mal zu euch gesprochen weil alle Mitglieder der FWG Steinbach Geistliche und Priester sind, so hat das Bus immer geschrieben.

00:34:40: Sollen alle Anteile haben,

00:34:42: d.h.,

00:34:42: mitentscheiden dürfen an den Fragen die die Gemeinde betreffen?

00:34:48: Das ist ein gemeinsamer Auftrag der sich auf gegenseitigem Vertrauen gründet und darauf ausgerichtet ist dass die Gemende ihrer Sendung nachkommen kann!

00:34:58: Und das ist sozusagen der Schwerpunkt den wir in diesem biblischen Korridor setzen in unserem freier evangelischen Kontext Und das ist euch sicher bewusst.

00:35:09: Ich habe es mit dem BFP schon mal gesagt, gehen wir später auch noch einmal kurz darauf ein.

00:35:12: Der Bund Freikirchli hat Pinks Gemeinden, sorry!

00:35:16: So einen Schwesterbund im Rahmen der Vereinigung Evangelischer Freikirschen.

00:35:21: die setzen da andere Nuancen, andere Schwerpunkte.

00:35:26: Das ist unser Raar und er hat einen theologischen Grund.

00:35:31: Also ich würde sagen nicht alles anderes sofort unbiblisch sondern dort Wo es sich an den beschriebenen Neutestamentlichen Grundlagen orientiert, eben eine andere Schwerpunktsetzung.

00:35:42: Und wir haben diese Schwerpunktsetzung.

00:35:47: So jetzt ist hoffentlich ein bisschen klar geworden Der Korridor wird immer enger.

00:35:52: Wir hatten die biblischen Grundlagen Jetzt haben wir unsere Schwerpunkt setzungen.

00:35:56: und jetzt wird das noch mal konkreter.

00:35:58: und wir schauen einmal in Die Verfassung- und Mustergemeindeordnung im Bund FEG Weil diese Schwerkungsetzung in unserer Geschichte zu ganz konkreten Ordnungen geführt hat.

00:36:14: Und da haben wir einmal die Verfassung und dann die Mustergemeindeordnung, vielleicht für alle, die das nicht wissen.

00:36:21: Muster-Gemeindeordnung ist sozusagen die Ordnung, die vor allem neue Gemeinden, die neu in den Bund kommen nehmen können und für sich verwenden können aber jede Gemeinde selbstständig.

00:36:31: Das heißt es kann auch gut sein dass eure Ordnung, eure Gemeindeordnungen an der FHG Steinbach ein bisschen anders aussieht als die paar andere Formulierungen enthält Aber ich nutze natürlich diese Version.

00:36:45: Also Verfassung und Mustergemeindeordnung versuchen, diese biblischen Grundlagen um die daraus gewonnenen Überzeugungen in eine konkrete Gestalt zu bringen.

00:36:55: Und da gucken wir jetzt erstmal in die Präambel unserer Bundesverfassung.

00:37:01: Nee ich bin viel zu weit.

00:37:02: schon Hilfe Hier sind wir präambeln der Bundesverfaßung Der Glaubende wird in die Gemeinde den Leib Christi eingegliedert.

00:37:16: gemäß dem allgemeinen Priessertum aller Glaubenden bringen sich die Gemeindemitglieder mit ihren Gaben verbindlich ein, um den Auftrag der Gemeinde wahrzunehmen.

00:37:28: Die Gemeindenmitgliede achten aufeinander, dienen, fördern, ermutigen und ermahnen einander.

00:37:34: In Fragen der Schriftauslegung und der praktischen Anwendungen der Heiligen Schrift wird das an Gottes Wort gebundene Gewissen des Einzelnen geachtet.

00:37:45: Gleichzeitig wird nach gemeinsamer Erkenntnis gestrebt Und wieder findet ihr so Gedanken, wie die wir jetzt schon ein paar Mal hatten.

00:37:54: Also das allgemeine Priessertum.

00:37:55: Alle bringen sich nach ihren Gaben ein für den Auftrag der Gemeinde und trotzdem wird am Ende sozusagen eine recht große Spannung beschrieben.

00:38:05: Es ist einmal wichtig gemeinsame Erkenntnis zu suchen und gleichzeitig gibt es den großen Respekt vor dem an das Wort Gottes gebundenem Gewissen einzelner.

00:38:17: Das heißt Für unseren Bund.

00:38:20: diese Passage heißt gibt Gemeinden, die kommen zu anderen Erkenntnissen als andere Gemeinden.

00:38:27: Es gibt einzelne Personen in der Gemeinde, die können in der Bindung an das Wort Gottes zu anderen Kenntnissen kommen als andere Personen.

00:38:35: aber und dass es sozusagen die große Sprengkraft in diesem Satz steht beides hebt die Gemeinschaft und das Zusammenarbeiten nicht auf sondern wir verpflichten uns dazu das zu respektieren und gemeinsame Schritte zu gehen.

00:38:52: ich würde sagen So polarisierten Zeiten hat das doch erhebliches, gesellschaftliches Inspirationspotenzial und ist aber gleichzeitig wahnsinnig anstrengend und anspruchsvoll.

00:39:07: Also das kennt ihr wahrscheinlich aus eurer Gemeinde, das kennt Ihr wahrscheinlich sofern ihr irgendwie die Dinge in unserem Bund mitbekommt.

00:39:13: Ich kenne es aus mehreren Gemeinden, den ich schon unterwegs war Und auch aus unserem Bund.

00:39:19: Das ist auch anspruchsvoll.

00:39:25: Wir gehen einen Schritt weiter und gucken jetzt auf die Mustergemeindeordnung und schauen uns da einmal an, was die Aufgaben- und auch die Entscheidungskompetenzen von Gemeindever sammlung und Gemeindeleitung sind.

00:39:46: Das sind die beiden Leitungsorgane, die beschrieben sind in der Mustergemeindeordnung.

00:39:53: Also es gibt einmal dieses allgemeine Prinzip in der Präambel und dann wird in der Mustergemeindeordnung werden zwei Leitungsorgane beschrieben, nämlich die Gemeinleitung und die Gemeindeversamlung.

00:40:04: So wir gehen mal auf die Gemeinde Versammlungen.

00:40:09: Da habe ich euch den entsprechenden Paragrafen mitgewacht.

00:40:11: ihr könnt hier mal überlegen ob im Kopf was bei euch so steht oder später mal nachgucken.

00:40:17: Die Gemeindiversammlung entscheidet über alle für das Gemeindeleben wesentlichen Angelegenheiten.

00:40:26: Und da muss man sich eigentlich einen Doppelpunkt denken.

00:40:29: Sie entscheidet über die grundsätzliche Ausrichtung der Gemeindearbeit.

00:40:33: Sie beruft den Pastor bzw.

00:40:38: die Pastoren auf den Vorschlag der Gemeindelleitung unter ein Beziehung des zuständigen Bundessekretärs, beziehungsweise das zuständige Bundessekreterin.

00:40:45: Sie verabschiedet den Jahresetat und genehmigt den Jahresabschluss des Vorjahres, erteilt dem Kassierer Entlastungen beschließt wichtige Einzelaufgaben und nimmt Arbeits- und Rechenschaftsbericht entgegen und entscheidet über den Kauf- und Verkauf von Immobilien.

00:41:02: Das ist schon mal nicht ganz wenig!

00:41:05: Also hier steht wesentliche Aufgaben Wesentliche Angelegenheiten und grundsätzliche Ausrichtung der Gemeindearbeit ist Aufgabe der Gemeindeversamlung.

00:41:17: Man könnte es so ein bisschen aufdröseln, denn es geht einmal um strategische Ausrichtungen – also sowas wie Missionen, Visionen, große Ziele – das ist Aufgabe dieser Gemeindenversammlungen?

00:41:30: Aber auch sowas als grundsätzlicher Klärung in ethischen Fragen.

00:41:34: Also Klassiker ist natürlich gerade die Sexualethik, aber es gibt ja auch noch mehr Ethik als Sexual-Ethik.

00:41:40: Wir könnten über den verantwortungsvollen Umgang mit Geld sprechen oder Sozialethik... Auch diese Dinge sind Verantwortung der Gemeindeversammlung, theologische Grundsatzfragen also Bibelverständnis, Pneumatologie, Frauenfrage, Leitungsverständnis all das Verantwortung der Gemeinversammlungen.

00:41:59: und diese grundsätzlichen Dinge werden alle in der Gemeindeversammlung entschieden Und das ist jetzt sozusagen das, was die Verfassung uns mitgibt.

00:42:09: Einzelne können inhaltlich natürlich trotzdem von diesen Entscheidungen abweichen, sofern jetzt nicht bestimmte konkrete Regelungen davon betroffen sind.

00:42:19: und daneben gibt es dann eben diesen ganz grundsätzlichen Dingen eben auch noch die ganz zentralen Steuerelemente jeder Organisation Leichtungspersonal Finanzen und Immobilien.

00:42:30: Auch das gehört in die Gemeindeversamlung.

00:42:34: Das heißt, es ist tatsächlich berechtigt im freie vangelischen Kontext von der Gemeindeversammlung als obersten beschlussfassenden Organen der Gemeinde zu sprechen.

00:42:44: Und das ist eben die theologische Schwerpunktsetzung, die sich auf nord-testamentlicher Grundlage in unserer Geschichte herausgebildet hat.

00:42:54: So kann man fragen okay was bleibt dann für Gemeindelleitung eigentlich noch übrig?

00:43:02: Auch dazu steht etwas in der Mustergemeinderordnung und ich sage mal es wird kompliziert.

00:43:09: einmal findet ihr, das habe ich euch jetzt hier nicht mitgebracht.

00:43:16: Auch die Voraussetzungen, die im Endeffekt aus dem neuen Testament abgeschrieben sind.

00:43:20: also was braucht es damit jemand geeignet ist um in die gemeine Leitung zu gehen?

00:43:25: Also da steht dann dafür müssen die im neuen Testament genannten persönlichen Voraussetzungen gegeben sein und sie müssen vom Vertrauen der Gemeinde getragen sein für die gesamte Dauer ihrer Dienstausübungen.

00:43:38: So was steht er jetzt für die Zuständigkeit?

00:43:43: Und das ist jetzt das in sieben drei.

00:43:46: Die Gemeindelleitung leitet die Gemeinde geistlich, seelsorglich und organisatorisch.

00:43:54: Insbesondere führt sie die laufenden Geschäfte, regelt die Dienstverhältnisse von Pastorinnen und Pastoren und weiteren hauptamtlichen Mitarbeitenden.

00:44:03: Sie verantwortet im Rahmen des Finanzbudgets die Ausgaben der Gemeinde.

00:44:07: zwei Mitglieder der Gemeinleitung vertreten die Gemeinden gemeinschaftlich So Wenn wir mal unten anfangen, also Ausgabenverwaltung im Rahmen des Budgets.

00:44:21: Okay verständlich Dienstverhältnisse verantworten auch klar.

00:44:25: Also wenn ich als Pastor wo angestellt werde muss ja jemand diesen Vertrag am Ende unterschreiben Laufende Geschäfte führen und auch sozusagen die geschäftliche Vertretung nach außen.

00:44:35: Auch das muss gegeben sein auch noch ziemlich konkret.

00:44:39: Aber was heißt eigentlich geistlich sehr sorglich und organisatorisch leiten?

00:44:47: Und dass ist so sagen die große Naja, Lehrstelle oder der große Spielraum den diese Ordnung bietet.

00:44:55: Und ich will da jetzt mal eine wichtige Unterscheidung aufmachen.

00:45:03: Nämlich die Unterscheiden... Wir tasten uns so ein bisschen ran!

00:45:08: Die Unterscheiding zwischen einer Arbeit oder einer Leitung, die in der Gemeinde arbeitet und einer Leitungen, die an der Gemende arbeitet?

00:45:19: Was meine ich damit?

00:45:22: Ich war selber schon in mehreren Leitungskreisen Und zum Leitwesen eigentlich aller sieht Gemeindeleitung meistens so aus, dass man in der Gemeinde arbeitet.

00:45:32: Dass man also sich operativ um irgendwelche Dinge kümmert.

00:45:37: Also dann sprechen wir darüber welches Haus wir für die Gemeindefreizeit jetzt eigentlich buchen wollen In welchem Bereich Mitarbeiter fehlen und wem wir dafür ansprechen können?

00:45:48: Und euch fallen sicher auch noch Beispiele ein Die da passen würden.

00:45:55: das ist Arbeit in der gemeinde.

00:45:57: wenn leitung an der Gemeinde arbeitet, ist das das Anderes.

00:46:02: Dann stellt man Fragen wie was es für diese Gemeinde eigentlich dran?

00:46:05: Wo stehen wir?

00:46:07: Was brauchen wir?

00:46:07: Wohin sendet uns Gott?

00:46:09: Welche Entwicklung ist notwendig und welche Themen drängen?

00:46:16: Und meine These ist jetzt dass Gemeindeleitung in erster Linie die Aufgabe hat Angemeinde zu arbeiten und nicht Ingemeinde.

00:46:30: Mir ist auch klar, in kleineren Gemeinden ist das operative Geschäft da nicht ganz raushaltbar.

00:46:38: Aber dass es sozusagen der primäre Fokus für den auch bewusst Raum geschaffen werden muss... ...das Gemeindelleitungen an Gemeinde arbeitet und der Modus von dieser Arbeit an Gemende ist dann eben nichts!

00:46:58: Wir finden auf all diese Fragen jetzt schon Antworten und setzen sie dann durch.

00:47:02: Das ist sozusagen mit diesen Kompetenzen der Gemeindeversammlung und der Präambel, unserer Geschichte nur schwer möglich.

00:47:10: Aber was natürlich möglich ist, ist das Bewegen von Fragen und auch die Entscheidung, mit welchen Fragen beschäftigen wir uns eigentlich in der Gemeinde?

00:47:22: Und man kann ja so einen klassischen... Ist jetzt nicht das Allerneuste aber ich habe es euch mal mitgebracht.

00:47:28: So drei Schritte im Gemeindeleitung gehen also sozusagen als erste Aufgabe Die Frage, bei welchen großen Themen nehmen wir die Gemeinde eigentlich mit auf den Weg zu einer Weiterentwicklung?

00:47:43: Was ist dran?

00:47:45: Was bedeuten diese Themen eigentlich inhaltlich?

00:47:50: Das kann sich Gemeindelleitungen fragen und sich dann natürlich auch schon mit einem Thema beschäftigen.

00:47:55: Das führt dann übrigens auch zu gewissen Ungleichzeitigkeiten.

00:47:58: das ist ganz normal also dass Gemeinleitung schon ein halbes Jahr im Thema arbeitet von dem die Gemeinden noch gar nicht genau weiß, dass es da ist Nicht ganz unwichtig, dann das zu berücksichtigen für Entwicklungsprozesse.

00:48:12: Im Wyrtav Sjagor würde man das Agendasetting nennen und das ist natürlich eine wahnsinnige Leitung, Wahnsinniger Leitungs-Einfluss.

00:48:22: also sich zu überlegen Über welche Themen sprechen wir überhaupt?

00:48:26: Es gäbe ja ganz viele Themen mit denen ihr euch als Gemeinde beschäftigen könntet Und sich das als gemeindeleitung zu überleben und auch schon inhaltlich sich damit zu beschäftigen wäre ein erster Schritt.

00:48:37: Der Zweite dann sagen einen konkreten Prozess zu gestalten mit dem Ziel, die Gemeinde kann zu diesem Thema mündig entscheiden.

00:48:47: Also die Frage welchen Weg müssen wir im Blick auf dieses Thema eigentlich mit der Gemeinde gehen bis sie zu einer Entscheidung kommen können?

00:48:57: So wie sozusagen dieser Schritt Prozesssteuerung und Gestaltung.

00:49:04: Und dann wäre die dritte Aufgabe auch von Gemeinleitung zu schauen Was wurde eigentlich umgesetzt und was können wir aus diesem Prozess lernen?

00:49:12: Also Umsetzung und Feedback.

00:49:16: Und dann, deswegen sind hier die Pfeile, geht das Ganze natürlich wieder von vorne los.

00:49:22: Ich will sagen, dass ist die Kernaufgabe von Gemeindelleitung Arbeit an der Gemeinde mit und für die Gemeinde.

00:49:33: Und dabei haben jetzt – und dann kommen wir ein bisschen zurück auf dieses seelsorglich geistliche organisatorisch.

00:49:42: Dabei haben diese Fragen und Entwicklungsprozesse immer drei Dimensionen, jede Frage die eine Gemeinleitung auf diese Art und Weise beschäftigt hat immer eine geistliche, immer eine theologische Dimension.

00:50:00: also ich behaupte jeder Finanzplan da steckt Geistliches dahinter, da stecken Theologie dahinter.

00:50:09: jedes Thema mit dem man sich beschäftigen kann hat aber auch immer mit Menschen, mit Beziehungen zu tun in Gemeinde und das vielleicht das naheliegendste.

00:50:25: Jede dieser Themen hat immer mit Organisationen zu tun.

00:50:29: Das Ganze nennt man das kubernetesische Dreieck, dass ein Kollege von mir schon vor einer Weile für Leitung im Gemeinde entwickelt.

00:50:37: Und diese drei Dimensionen die begleiten sozusagen die ganze Zeit Diese Fragen die Gemeindelleitung sich stellt Also die geistliche Dimension kommt im Ausdruck im Gebet, aber auch in der Bibelarbeit zu einem Thema.

00:50:53: Beziehungen und Menschen kommen darin zum Ausdruck, dass Gespräche geführt werden, dass es Foren dazu gibt – aber auch Einzelgespräche!

00:51:01: Die organisatorische Dimension kann mit inhaltlichen Workshops oder Papers zum Ausdrück kommen und die begleiten diese Prozesse die ganze Zeit.

00:51:13: Und wenn man sich diese Aufgaben mal vor Augen führt Landet man ganz schnell doch nicht mehr dabei zu sagen, ja was kann eine Gemeindeleitung jetzt eigentlich noch tun?

00:51:24: Sondern merkt wie viel Aufgabe das eigentlich ist so gemeinezuleiten und wieviel Spielraum Leitung natürlich hat wenn sie diese drei Schritte konsequent geht.

00:51:38: Meine Beobachtung ich habe leider noch keine Daten Ich mache sonst ganz viel so empirisch mit befragungen so Ist dass der Frust über zu wenig Leitungsverantwortung für Gemeinde vor allem da entsteht, wo diese Aufgabe und diese Leitungsmöglichkeiten gar nicht bekannt sind.

00:51:59: Wenn man die kennt und damit arbeitet hat Leitung natürlich wahnsinnig viel Einfluss.

00:52:11: ein letzter Kommentar noch dazu Wie sehr jetzt in diesen drei Ebenen Und ich gehe nochmal zurück bei diesen drei Schritten irgendwie sowas wie die gesamte Gemeinde eingebunden ist.

00:52:26: Das unterscheidet sich natürlich von Gemeinde Größe zu Gemeindegröße.

00:52:34: Wenn in einer kleinen Gemeinde Gehen wir mal von fünfzig Mitgliedern aus, man sich überlegt hey wo wollen wir nächstes Jahr hin?

00:52:44: Na ja macht es schon Sinn relativ früh so ziemlich alle irgendwie mit einzubeziehen.

00:52:52: wenn ich in Aachen mit zweieinhalbfünfzig Mitglieder sehr früh von Anfang an alle mit einbezogen hätte wer das einfach hat dass nicht funktioniert zumal wir irgendwie drei Prozesse parallel laufen hatten.

00:53:03: Also das ist sozusagen, auch klar hier gilt diese Regel es muss der Gemeindedienen und das unterscheidet sich von Gemeinde Größe zu Gemeindegröße.

00:53:20: Und das ist übrigens auch eine Sache die ich immer wieder mitbekomme wenn ich von Gemeinden angefragt werde die sagen ja irgendwie funktioniert Leitung bei uns nicht mehr so.

00:53:32: Das passiert oft an so Schwellen, gerade wenn Gemeinden wachsen dass sie Leitungsvorgänge gewohnt sind die dann irgendwann an ihre Grenzen stoßen.

00:53:41: Also das heißt wie sehr sowas wie eine Gesamtgemeinde da eingebettet ist und einbezogen in diese Schritte, das hängt von der Gemeinnegröße ab.

00:53:51: So wir sind schon fortgeschritten von der Zeit.

00:53:56: Ich komme zu meinem letzten Part Und versuche euch ein paar Ausblicke zu geben zu Leitungsspielräumen heute.

00:54:07: Also, welche Spielräume gibt es eigentlich für Leitung in Gemeinde?

00:54:13: In im freie evangelischen Kontext.

00:54:19: Und wenn ich in dem Jahr ist, sind damit gewisse Herausforderungen verbunden.

00:54:28: Ich nenne Sie jetzt mal Komplexität und Geschwindigkeit.

00:54:33: Meine erste These ist Komplexkeit und Geschwindigkeit fordern heraus.

00:54:38: Die autoritäre Falle ist nicht die Lösung.

00:54:42: Es gibt, muss ich euch jetzt wahrscheinlich gar nicht so viel dazu sagen weil ihr lebt in dieser Zeit.

00:54:48: Wir leben einerzeit der Unübersichtlichkeit Also die Dinge lassen sich nicht mehr so leicht überschauen.

00:54:55: Man kann auch Komplexität das nennen oder wie auch immer.

00:54:57: Ich glaube dass der Zusammenhang ist euch klar Und wir leben gleichzeitig In einer Beschleunigungsgesellschaft So nennt es Hartmut Rosa.

00:55:08: also Das ist wirklich absurd.

00:55:12: Wir müssen nicht nur schnell sein, sondern immer schneller werden und wer nur schnell bleibt verliert.

00:55:19: Es geht um Beschleunigung, nicht nur um Schnellsein.

00:55:23: Und das ist natürlich für Leitung wahnsinnig herausfordernd.

00:55:27: Ihr habt es wahrscheinlich im Kontext von Corona irgendwie gemerkt wie Geschwindigkeit und Unübersichtlichkeit plötzlich eine Rolle spielen.

00:55:34: Es gibt aber auch andere Zusammenhänge in denen das für Leitungen eine große Herausforderung gibt sagen auch geschichtlich sehr deutlich diesen Reflex Komplexität reduzieren.

00:55:48: Die Dinge wieder einfacher machen, psychologisch muss man sozusagen das ist einfach am Ende ein kleines Kind das will dass der Papa die Dinge regelt.

00:55:59: und diesen Reflecks gibt es sozusagen auch in der Leitungsliteratur auch im Gemeinden nämlich der Ruf nach einer starken Führung die jetzt die Dinge wieder in die Hand nimmt.

00:56:09: Ich habe schon gesagt, es ist sozusagen ein bisschen der Weg den der Bund Freikirchliche Pfingesgemeinden eingeschlagen hat und sie sind damit auch sehr erfolgreich weil das natürlich attraktiv ist.

00:56:20: Und die sind... also ich zeige euch gleich noch einen kleinen Band dem wir, wo ein Kollege aus einem BFP mitgeschrieben hat und er hat es da schon so formuliert dass Sie eigentlich jetzt mit dem kongregationalistischen Prinzip und der Gewissensfreiheit des Einzelnen ja das muss nicht mehr so ist nicht mehr dringend.

00:56:44: Ich würde mal sagen, und das ist sozusagen da bin ich dann doch sehr überzeugt der FPG-Lah dass mit dieser einfachen Lösung immer auch Entmündigung einhergeht.

00:56:54: Dass eben Menschen Kinder bleiben!

00:56:58: Und das war bekanntlich nicht das Ziel, dass wir mit unserem Gemeindemodell verfolgen sondern dass da menschenmündige Nachfolgerinnen und Nachfolge Christi sind die sich für die Gemeinde einsetzen.

00:57:12: Und das wusste mir dann wirklich, also es ist jetzt gar nicht böse gemeint gegenüber dem Kollegen aber der sagte auch so einen Satz.

00:57:19: Ach ja und wenn da irgendwelche Gemeindemitglieder was mitreden wollen?

00:57:22: Das nervt nur total!

00:57:23: Und irgendwie kann ich das natürlich verstehen, aber wenn das sozusagen die Haltung ist... Da kommt nicht mehr viel rüber von Geistlichen und Priestern.

00:57:35: Zweite These.

00:57:37: Und dies vielleicht erst mal ein bisschen konträr dazu.

00:57:40: Leitungskompetenz ist Delegierbar, man kann auch sagen Leitungszuständigkeit ist delegierbar.

00:57:46: Die Gesamtverantwortung bleibt in der Gemeindeversammlung und das jetzt sozusagen ein bisschen gegenläufige These.

00:57:52: ich würde behaupten dass wir in der Leitung im gemeinde mehr Organisationsentwicklung wagen müssen also die leitungsaufgabe bewusst und ambitioniert übernehmen die auch wirklich gegeben ist Und sich weniger an dem abarbeiten was nicht geht.

00:58:13: Das heißt Ich bin dafür, dass wir für maximale Klarheit sorgen.

00:58:20: Also wer darf eigentlich welche Entscheidung treffen?

00:58:24: Und das ist nicht komplett gesetzt!

00:58:27: Sondern es ist wandelbar und das ist klärungsbedürftig.

00:58:30: Grundsätzlich gibt es diesen Grundsatz Entscheidungen werden dort getroffen wo sie anfallen.

00:58:36: also da können wir auf jeden Fall aus der Wirtschaft lernen.

00:58:39: kann man zum Beispiel sagen naja es gibt Budgets vereinzelt in den Bereichen dann muss natürlich nicht die gemeine Versammlung Auch nicht die gemeine Leitung darüber entscheiden, welche Bücher der Kindergottesdienst anschafft.

00:58:54: Das heißt eben auch Verantwortung weitergeben.

00:58:57: Die Karlsruhe, die eine sehr große Gemeinde haben, haben da ein sehr schönes Wort dafür geprägt nämlich die Kompetenzvermutung.

00:59:07: Damit sind sie unterwegs.

00:59:08: Sie vermuten bei ihren Mitarbeitenden erstmal Kompetenz.

00:59:12: Also sie vertrauen da rein, dass Menschen an dem Ort, an den Gott sie gestellt hat gewissenhaft und verantwortlich mit Fachkompetenz die Mittel einsetzen.

00:59:22: Die Konsequenz, die Karlsruhe daraus ziehen ist jeder Mitarbeiter darf ungefragt Ausgaben in Höhe von zweihundert Euro machen ohne das irgendwo von irgendjemand überprüfen zu lassen zu müssen.

00:59:35: Das heißt sozusagen Entscheidungen dürfen auch dar getroffen werden wo sie anfallen setzt Vertrauen voraus.

00:59:42: Das heißt, man kann mal fragen welche Entscheidungen müssen in einer Gemeindeversammlung fallen und welche nicht.

00:59:49: Und ich plädiere für eine konkrete und klare Delegation auch von Entscheidungsbefugnis aus der Gemeindeversammlung an die Gemeinleitung oder an Arbeitskreise.

01:00:00: Das muss nicht alles in der Gemeindefersammlung passieren!

01:00:04: Also die klassische Frage, welche Teppich- oder Vorhangfarbe gibt es?

01:00:14: Es gibt eben auch diesen schönen Paragraf in der Mustergemeindeordnung, die Gemeinleitung sorgt im Einvernehmen mit der Gemeindeversammlung für eine angemessene Organisationsstruktur der Gemeinde.

01:00:24: Zu ihrer Unterstützung kann die Gemeindeleitung Aufgaben delegieren.

01:00:28: also nochmal die Frage wo wird eigentlich welche Entscheidung getroffen?

01:00:31: Wer darf welche Entscheidung treffen?

01:00:32: und ich glaube da haben wir noch ganz viel Spielraum.

01:00:34: den benutzen Auch wenn wir sagen ja die grundsätzlichen die ganz großen Entscheidungen bleiben in der Gemeinderversammlung.

01:00:43: Dritte These, Beteiligung ist aufwendig und anspruchsvoll.

01:00:46: Entscheidungsprozesse sind auch immer als geistliche Bildungsprozess.

01:00:50: so gestalten Klang jetzt schon ein paar mal an.

01:00:53: das was Bussemer da fordert So allgemeines Priestertum Das Erziehen im Glauben des Reifen in der Erkenntnis.

01:00:59: das passiert nicht einfach so.

01:01:04: Also am Ende haben wir einen Gemeindemodell dass sagt Nicht sechs, sieben Jahre studierte Theologinnen und Theologen sollen am Ende über theologische Fragen entscheiden.

01:01:22: Das ist unser Gemeinnemodell.

01:01:26: Es gibt ja auch das Gegenmodell, dass man sagt naja am Ende die Wichtigstimme haben natürlich die, die das ganz lang studiert haben.

01:01:34: Wenn man das so will und ich finde das wichtig und richtig und gut dann muss man aber natürlich von Anfang an diese Entscheidungsprozesse so aufbauen Dass die Menschen auch die Möglichkeit haben Schritte zu gehen und in ihrer Kenntnis zu reifen.

01:01:48: Und ich erinnere mich da ganz positiv an zwei Entscheidungsprozesse in meiner Heimatgemeinde in Augsburg-Süd, wo unser Pastor wirklich richtig toll das gemacht hat oder eigentlich die ganze Gemeinleitung waren nur zu zweit.

01:02:01: Aber es gab mehrere Abende unterschiedliche Positionen, Austausch, Diskussion auch mal ein bisschen saftiger aber dann auch gemeinsames Gebet und am Ende eine Entscheidung!

01:02:12: Ich weiß noch dieses Gefühl als Jugendlicher Krass, ich habe richtig was gelernt in diesem Prozess.

01:02:18: Und am Ende hatte ich den Eindruck, ich kann jetzt eine fundierte Entscheidung treffen.

01:02:23: und dass das aber so passiert ist ja kein Selbstläufer sondern da hat sich die Gemeinleitung eben hingesetzt und überlegt wie können wir diesen Prozess gestalten?

01:02:30: Dass die Menschen am Ende als Priesterinnen und Priester ernst genommen werden und entscheiden können.

01:02:40: Viertens ein solches Leitungsverständnis ist anspruchsvoll ist nochmal das gleiche.

01:02:44: deswegen es ständige Arbeit am Vertrauen notwendig.

01:02:48: Ich würde sagen, da gibt es auch die große Linie dazu.

01:02:50: Dass im neuen Testament so viel von vertrauenswürdigen Personen in der Leitung die Rede ist und doch wir haben das in unserem frei evangelischen Kontext ja immer wieder gemacht Geistliche Persönlichkeiten Die Vorbilder sind.

01:03:03: Es braucht natürlich für diese Prozesse Fachkompetenz Kommunikation Transparenz Klarheit irgendwie auch So ein Gewinnen von Menschen eine gewisse Überzeugungskraft vielleicht Aber gerade eben auch sowas wie geistliche Gemeinschaft Gebet Teilen vom Leben, sich mal öffnen und verletzlich machen.

01:03:23: Warum man welche Position hat?

01:03:25: Wovor man Angst hat?

01:03:27: Jüngerschaft!

01:03:28: Also Schritte in der Nachfolge.

01:03:32: Und auch das gilt es bewusst zu gestalten damit Vertrauen entsteht um diese Prozesse möglich sind.

01:03:40: Und dann eben nochmal ein solches Leitungsverständnis ist anspruchsvoll.

01:03:43: Umso mehr sind wir auf Gottes Gnade angewiesen.

01:03:46: Angewiesen auf Gottes gnade heißt leitung macht auch Fehler.

01:03:50: Aber es soll auch Gemeindeversammlungen gegeben haben, die sich schon falsch entschieden haben.

01:03:56: Und das Schöne ist dass mit dem Evangelium von Jesus Christus jederzeit neu anfangen möglich ist.

01:04:03: und natürlich sind auch diese Entscheidungsprozesse anfällig für Beziehungsstörungen und konkrete Verletzungen.

01:04:08: also nicht nur dass sozusagen für Gemeinde da was schief gelaufen ist sondern auch zwischen Menschen können da Sachen passieren!

01:04:17: Und auch da noch einmal Aussprache, Klärung und Versöhnung ist möglich.

01:04:21: Und ich habe jetzt mit zwei Gemeinden gesprochen, die mir davon sehr intensiv berichtet haben von solchen Dingen zum Thema gemacht haben.

01:04:31: Die haben Prozesse gehabt, da sind Dinge schief gelaufen und der im Anschluss eine sogar an den Buß- und Betag einen Buß Gottesdienst gemacht, in dem man als Gemeinde vor Skreuz getreten ist sich teilweise Leute ausgesprochen haben, teilweise also von der Bühne individuell Und da plötzlich ganz viel sich gelöst hat und dieses Kreuz ganz, ganz echt wurde.

01:05:03: Und zuletzt heißt es angewiesen auf Gottes Gnade.

01:05:05: auch das Erkennen der eigenen Grenzen vernichtet nicht meine Person.

01:05:11: Also eine Amt abgeben oder pausieren aus Leitungsverantwortung zurücktreten ist auf Grundlage dieser Gnede möglich weil es nicht mal eine ganze Person betrifft.

01:05:28: Und letzter Punkt, dann habt ihr es geschafft.

01:05:29: Leitung ist nur eine Funktion der Gemeinde.

01:05:33: Sie bewährt sich daran ob Gemeinde ihrer Sendung in die Welt gerecht wird.

01:05:38: Das was wir hier machen ist nicht nur ne interne Klärung damit hier danach alle zufrieden sind mit dem wie's hier so läuft Sondern das ist mir wirklich ein Anliegen!

01:05:47: Das Kriterium ist eigentlich am Ende Ist die Gemeinde noch auf den Spuren Jesu unterwegs Unterwegs hin zu den Menschen, zu den Rändern der Gesellschaft, hin zu denen die Fragen an das Leben haben, die niedergeschlagen und ausgestoßen sind.

01:06:02: Hilft eine Art von Leitung der Gemeinde Teil der Mission Gottes zu sein?

01:06:08: Oder tut sie es nicht?

01:06:10: Wir sind nämlich sehr gut – das ist leider auch ein Teil meiner Forschung kein ganz so erfreulicher – dass wir als freie Evangelische Gemeinden richtig gut da drin sind uns vor allem um uns selbst zu drehen.

01:06:22: Da habe ich inzwischen handfeste Daten dazu.

01:06:27: Das heißt, meine Frage ist am Ende hilft Leitungen?

01:06:32: Bewehrt sie sich daran ob die Gemeinde ihrer Sendung in die Welt gerecht wird und zwar leitung jetzt nicht im Blick nur auf den Leitungskreis sondern Die leitung die auch eine gemeindefersammlung übernimmt um die einzelne übernehmen.

01:06:43: kann Gemeinde so Teil der Mission Gottes sein?

01:06:47: So damit bin ich am ende.

01:06:48: Ich habe ein bisschen überzogen.

01:06:52: Ich hoffe ihr habt durchgehalten.

01:06:54: Wir können gleich sprechen.

01:06:55: Ich habe euch einen ganz kurzen Break eingebaut, bevor jetzt Fragen und Diskussionen kommen.

01:07:01: Vielleicht nehmt ihr euch kurz ein zwei Dinge.

01:07:05: wo ihr sagt das will ich mir für heute Abend mitnehmen, bevor es gleich sozusagen die große Runde startet kriegt man ein paar Minuten Zeit für euch noch mal zu sortieren.

01:07:13: gibt's ein zwei Sachen die ich mir persönlich mitnehmen will?

01:07:17: dann eröffne ich die Runde.

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